Der Duft der Weinlese

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Der Duft der Weinlese

Neulich war ich spontan frühmorgens an der Vogelsburg, um das wabernde Nebelmeer hoch über der Mainschleife zu betrachten. Statt fränkischer Weinbergsstille erwarten mich knatternde Traktoren und das vielstimmige Geschnatter und Gelächter zwischen den Zeilen. Die vertrauten Laute ziehen mich an und nur eine Graszeile bergab steigt mir auch schon der Oktober-Duft meiner Studentenzeit in die Nase: Süßer Most, kernig-fruchtige Aromen, tau-genässtes Stroh, Unimog-Diesel und ein Hauch von Schwefel.

Weiter unten schneiden sie einträchtig die Trauben mit dem “Schärla” ins “Ämarla” – alte zähe fränkische Fräla und lachende rumänische Gastarbeiter – während oben wettergegerbte Männer Wännla und Bütt leeren.

Wie frisch die Erinnerung zwischen Nebelschwaden und Mostparfum sein kann…